Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Was ist das?

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, wobei besonders der Kohlenhydratstoffwechsel gestört ist. Erkennbar ist Diabetes an den erhöhten Blutzuckerwerten. Der Begriff kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie «honigsüßer (Durch-)Fluss». Damit ist der bei überzuckerten Patienten zuckerhaltige und damit süße Urin gemeint. Sobald die Blutzuckerkonzentration über 160 - 180 mg/dl Blut liegt, ist die Nierenschwelle überschritten und der Zucker wird über den Urin ausgeschieden.


Das blutzuckersenkende Hormon Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, fehlt teilweise bzw. ganz oder ist nicht ausreichend wirksam. Das Insulin ist dafür verantwortlich, dass der Zucker (Glucose) vom Blut in die Zellen geschleust wird. Es schließt die Zellen sozusagen auf, so dass der Zucker in die Zellen eintreten kann. Ist das Insulin jedoch nicht mehr oder nicht ausreichend vorhanden, weil die Bauchspeicheldrüse es nicht mehr produziert, oder ist die Zelle gegen das Insulin resistent geworden, so dass es an den Rezeptoren nicht mehr wirkt, kann kein Zucker mehr in die Zellen gelangen. Dadurch muss die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin produzieren, wodurch ein Heißhungergefühl ausgelöst wird und der Betroffene wieder etwas essen muss.
                                                                                                                                                                                                   
Unterteilt wird der Diabetes in vier verschiedene Formen, wobei die Klassifikation nach der Entstehung vorgenommen wird:

  • Typ-1-Diabetes: der sogen. «Jugend-Diabetes». Hier spielen Erbfaktoren eine große Rolle, d.h. der Typ-1-Diabetes wird immunologisch vermittelt und hat keine erkennbaren Ursachen.
  • Typ-2-Diabetes: ist die häufigste Form von Diabetes, der sogen. «Altersdiabetes». Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung aufgrund einer schlechten Lebensweise, d.h. der Typ-2-Diabetes ist meist angegessen. Er tritt häufig auf infolge Übergewicht, falscher Ernährung und Bewegungsmangel. Die Vererbbarkeit ist sehr groß. Liegen familiäre Risiken vor, werden diese durch schlechte Lebensgewohnheiten noch verstärkt.
  • Schwangerschaftsdiabetes: dieser Diabetes tritt vereinzelt als sogen. Schwangerschaftsgestose (Gestose = schwangerschaftsbedingte Erkrankung der Mutter) auf.
  • sonstige Diabetestypen: können z.B. auftreten durch Infektionen, Drogen oder Chemikalien, sonstige Gendefekte oder chronischer Pankreatitis (= Entzündung der Bauchspeicheldrüse).

Symptome

Die Symptome bei Diabetes (Überzucker) sind:

  • im Anfangsstadium: ständiges Durstgefühl und häufiges Urinieren - der Körper versucht noch den Blutzucker über die Nieren abzubauen und auszuschwemmen, daher ist der Zucker im Urin nachweisbar
  • erhöhte Blutzuckerwerte nach folgender Tabelle:

Wann erfolgt Messung?

Blutzuckerwert

nüchtern

  > 120 mg/dl Blut
  > 6,7 mmol/l

2 Stunden nach einer   Mahlzeit

  > 180 mg/dl Blut
  > 10 mmol/l

 

 

 

 

 

  • Hautjucken
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Sehstörungen und Wadenkrämpfe durch Störungen im Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt
  • bei Typ-1-Diabetikern häufig schweres Krankheitsbild bis hin zum diabetischen Koma mit Austrocknung des Körpers und starker Übersäuerung des Blutes; häufige Anzeichen sind auch Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstlosigkeit
  • Typ-2-Diabetes wird meist eher zufällig diagnostiziert. Er entwickelt sich über Jahre hinweg oftmals schleichend und unbemerkt. Häufig sind jedoch schon bei der Diagnose ernsthafte Organschädigungen eingetreten.

Folgen

Makroangiopathien (Schädigung der großen Blutgefäße)

  • hoher Blutdruck (Hypertonie)
  • Herzkranzgefäßverengung / Herzinfarkt
  • Durchblutungsstörungen an den Beinen (und daraus resultierend Absterben des Gewebes; diabetischer Fuß)
  • Schlaganfall

Mikroangiopathien (Schädigung der kleinen Blutgefäße)

  • Funktionsstörungen der Niere / Niereninsuffizienz
  • Veränderung der Netzhaut des Auges (Retinopathie)
  • Taubheitsgefühl, Kribbeln in den Beinen (Neuropathie, neuropathischer diabetischer Fuß), bis hin zum völligen Verlust von Empfindungen am Fuß; die Haut wird spröde und rissig (Pergamenthaut, Hornhautbildung); Wunden werden nicht bemerkt und sind deshalb nicht versorgt; kleine Wunden können sich entzünden und es kann zu schwerwiegenderen, bis auf die Knochen reichenden Geschwüren kommen, dem sogen. diabetischen Fuß.
  • Störungen der Nerven, welche die inneren Organe versorgen (autonome Neuropathien), wovon alle Organe betroffen sein können (Blase: Entleerungsstörungen, Sexualorgane: erektile Dysfunktionen, Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Herz: Unruhe, Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag usw.)

bei Unterzuckerung: Schädigung des zentralen Nervensystems / der Gehirnzellen, da zu geringe Versorgung mit Glucose bzw. Energie


Blutzuckerspiegel soweit wie möglich zu normalisieren. Der Therapieerfolg ist entscheidend vom Betroffenen abhängig.


Ursachen

Beim Typ-1-Diabetes ist die Ursache ein absoluter Insulinmangel, hervorgerufen durch eine Zerstörung der Betazellen in den Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse. Diese Zellen sind für die Insulinproduktion verantwortlich. Sie werden aufgrund einer Autoimmunerkrankung zerstört.
Die Ursachen für Typ-2-Diabetes liegen symptomatisch zum einen in einer Störung der Insulinbildung, zum anderen in einer Insulinresistenz. Letztere ist einerseits genetisch festgelegt, wird jedoch durch äußere Einflüsse wie fett- und zuckerreiche Ernährung, Übergewicht (Abnehmen ohne Diät notwendig) und Bewegungsmangel noch verstärkt.
Dabei sind über 80% der Patienten übergewichtig. Mehr Bewegung, die Reduzierung des Körpergewichts und die gesunde Ernährungsumstellung helfen daher den Patienten, den Blutzuckerspiegel besser kontrollieren und damit den Lebensstandard verbessern zu können.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

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